Stem 50 feiert sein Debüt auf der französischen internationalen Bühne. Beim Cannes Yachting Festival, das vom 8. bis 13. September 2026, Stem Marine wird seine 16 Meter Aluminium-Segelboot vorstellen, das für Langstreckensegeln konzipiert wurde und auf drei Grundkonzepten basiert: Sicherheit, Zuverlässigkeit und Individualisierung. Für die italienische Werft ist dies die erste Teilnahme an der französischen Veranstaltung und somit ein echtes Debüt für die Stem 50 auf dem französischen Markt.
Das Boot wird an Position Sail 050ausgestellt, während die Werft Besucher an ihrem Stand bei der Sail 202. Das ist ein besonders bedeutender Auftritt für ein Projekt, das nach seiner offiziellen Premiere auf der Internationalen Bootsmesse in Genua im 2025, nun darauf vorbereitet ist, eines der internationalsten und fachkundigsten Publikums im Freizeitbootbereich anzusprechen. In Genua, Stem Marine offiziell in den Segelbootsmarkt eingestiegen; in Cannesgeht es darum, diese Identität in einem Umfeld zu festigen, das aufgrund der Entstehungsgeschichte des Bootes einen besonderen Stellenwert hat. Tatsächlich, Stem 50 wurde vom französischen Schiffsbauingenieur Nicolas Purnuentworfen, der seine Ausbildung im Büro des renommierten Konstrukteurs Marc Lombardausgebildet wurde, mit dem er nach wie vor zusammenarbeitet. Purnu war für die Rumpflinien, die Anbauten, die Sicherheitssysteme sowie die Außen- und Innenausstattung des Bootes verantwortlich und arbeitete dabei eng mit Michele Corradi, dem Geschäftsführer von Stem Marine und Initiator des Projekts. Entscheidende Beiträge leistete außerdem Luca Sabiu, der als Navigationsberater, kümmerte sich um die Segeltrimmung, die Optimierung der Ausrüstung und die Gestaltung des Deckplans.
Stem 50: Ein Hochseekreuzer, gebaut für weite Törns
Stem 50 ist ein moderner Hochseekreuzer, der nahtlos vom Segeln im Mittelmeer zu langen Ozeanüberfahrten übergehen kann. Die Aluminiumkonstruktion ist einer der zentralen Pfeiler des Projekts: Tragfähigkeit, Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit wurden in ein Konzept integriert, das keine Kompromisse bei Komfort, Technik und Verarbeitungsqualität eingeht.
Die Gesamtlänge beträgt 16,06 Meter, bei einer Rumpflänge von 15 Metern, einer Breite von 4,42 Meterund einem Tiefgang von 2,40 Meter. Für den Hilfsantrieb sorgt ein 80-PS- Yanmar Motor.
Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, das nicht ausschließlich von Abmessungen oder Baumaterialien abhängt. Am Bug und Heck befinden sich Crashboxen, während Kiel und Ruder mittels CNC-Fräsen aus einem einzigen Aluminiumblock gefertigt wurden. Dieselbe Philosophie zieht sich auch durch das Deck, das über ein integriertes Schanzkleid, an strategischen Stellen angebrachte Handläufe, einen robusten Bugspriet und ein durch ein Hardtop und eine Panorama-Windschutzscheibe geschütztes Cockpit verfügt.
Die Philosophie des unkomplizierten Segelns
Stabile Konstruktion gepaart mit präziser Forschung zur einfachen Handhabung. Stem Marine entwickelte Stem 50 nach den Prinzipien des einfachen Segelns entwickelt, mit dem Ziel, das Boot auch mit einer reduzierten Crew gut manövrierbar zu machen. Fallen und Schoten werden ins Cockpit geführt, die Hauptwinden sind elektrisch, und die Decksbeschläge wurden so angeordnet, dass die Belastungen optimiert werden. Der Segelplan kommt ohne laufende Achterstagen aus und verfügt über eine Konfiguration, die ein schnelles Reduzieren der Segelfläche bei zunehmendem Wind ermöglicht. Die Bordelektronik rundet die Ausstattung mit speziellen Instrumenten für Navigation, Autopilot und Routenplanung ab. Das Ziel des „Easy Sailing“, das eine einfache und sichere Handhabung ermöglicht, wurde von Sabiukoordiniert.
Der Segelplan umfasst ein 67,60 Quadratmeter großes Vollbatten-Großsegel, ein 72,90 m² Genua sowie ein 21,60 m² selbstwendendes Stagsegel. Konfigurationen mit einer 85,80 m² Code 0 und einem 137 m² Gennaker werden ebenfalls angeboten. Diese Konfiguration entspricht dem Verwendungszweck des Bootes: Die Stem 50 wurde nicht nur als großes Kreuzfahrtsegelboot gebaut, sondern um einem erfahrenen Eigner die Möglichkeit zu bieten, anspruchsvolle Hochseeüberfahrten zu bewältigen und dabei die volle Kontrolle über die Schiffsführung mit kleiner Besatzung zu behalten.
Komfort und Unabhängigkeit bei längeren Aufenthalten an Bord
Die technischen Merkmale der Stem 50 bedeutet keineswegs eine spartanische Innenausstattung. Ganz im Gegenteil: Bei diesem Projekt wurde besonders viel Wert auf Wohnlichkeit gelegt – mit hellen Innenräumen, großzügigen Raumvolumina und edlen Oberflächen. Die Mindeststehhöhe unter Deck beträgt ganze zwei Meter, während die Essecke über einen elektrisch verstellbaren Tisch verfügt und die Bugkabine ein elektrisch verstellbares Bett enthält.
Auch der Außenbereich wurde für längere Aufenthalte an Bord konzipiert. Das feste Hardtop schützt das Cockpit, während die Panorama-Windschutzscheibe aus Plexiglas über eine motorisierte, vollständig versenkbare Überdachung verfügt. Am Heck befinden sich ein Grill und ein Spülbecken sowie eine elektrisch ausfahrbare Badeplattform, die mit einer Doppelleiter und einer Doppeldusche ausgestattet ist.
Besonderes Augenmerk wurde auch auf Energieunabhängigkeit und Ressourcenmanagement gelegt. Das Cockpitdach integriert 720 Watt an Solarmodulen, während das Bordsystem LiFePO4-Batterien der nächsten Generation nutzt LiFePO4-Batterien Batterien der nächsten Generation. Zur Ausstattung gehört außerdem ein Wassermacher mit einer Leistung von 100 Litern pro Stunde Wassermacher, eine Dreizonen- Klimaanlage, ein Webasto Dieselheizung sowie ein einziehbares Bugstrahlruder. Das Ergebnis ist ein Segelboot, das so konzipiert ist, dass man es auf einer Ozeanüberquerung genauso genießen kann wie bei einem längeren Aufenthalt vor Anker – und dabei die Balance zwischen Autonomie, Komfort und Funktionalität bewahrt.
Die Stem 50 ist ein Segelboot, das ganz auf den Eigner zugeschnitten ist
Eines der markantesten Merkmale von Stem 50 ist die Möglichkeit, umfangreiche Änderungen am Projekt vorzunehmen. Das Modell wird nicht als starr standardisiertes Produkt angeboten, sondern als Plattform, auf der der Eigentümer seine eigene, maßgeschneiderte Konfiguration entwickeln kann.
Innenausstattung, Materialien, Oberflächen, Decksbeschläge, Segel, Navigationsinstrumente, Sicherheitsausrüstung sowie Energieerzeugungs- und -managementsysteme können gemeinsam mit dem technischen Team bei Stem Marinefestgelegt werden. Darüber hinaus bietet die Werft verschiedene Ausführungsvarianten des Entwurfs an, die als „Cruising Standard“, „Holidays“und Explorer, was den Wunsch unterstreicht, das Projekt an verschiedene Segelstile anzupassen. Diese Philosophie führt zu Stem 50 der Welt der maßgeschneiderten Yachten nahe, behält dabei aber eine klare Designbasis bei. Der Eigner kann so die verschiedenen Phasen des Baus und der Ausstattung direkt mitverfolgen und an der Gestaltung seines eigenen Bootes mitwirken.
Von gewerblichen Arbeitsbooten bis hin zum Freizeitsegeln
Die Geschichte der Werft erklärt zum großen Teil, warum der Stem 50 Sicherheit und Robustheit in den Mittelpunkt ihrer Philosophie gestellt hat. Stem Marine ist ein Geschäftsbereich von Stem, einem Unternehmen, das von Ezio Menna im Jahr 1986 und mit Sitz in Medesanoin der Provinz Parma. Seit fast vierzig Jahren ist die Gruppe in der Entwicklung und Herstellung von Rettungs- und Feuerwehrausrüstung sowie -geräten tätig, sowohl zu Wasser als auch an Land.
Im professionellen Schifffahrtsbereich hat sich Stem Marine auf den Bau von Rettungs-, Feuerlösch- sowie Offshore- und Küstenpatrouillenbooten spezialisiert. Diese handgefertigten Boote lassen sich an die betrieblichen Anforderungen der Kunden anpassen und werden weltweit von Feuerwehren und Seebehörden eingesetzt. Die Werft hat dieses industrielle Erbe in das Projekt ihres ersten Freizeitsegelboots einfließen lassen: im Jahr 2024, eröffnete Stem Marine eine neue Sparte für Segelyachten und die Stem 50 ist das erste Modell, mit dem diese neue Ausrichtung eingeleitet wird.
Der Übergang von Handelsschiffen zu Segeltörnbooten ist daher nicht nur eine geschäftliche Diversifizierung. Vielmehr Stem 50 ergeht aus der Anwendung von Fachwissen, das in einem Sektor entwickelt wurde, in dem Zuverlässigkeit, Robustheit und Sicherheit keine optionalen Merkmale, sondern unverzichtbare Anforderungen sind.
Quellen und Literaturhinweise
Stem 50 – Häufig gestellte Fragen