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ICE 80: Video vom Probefahrt-Test - Yachting News
Boot Tests

ICE 80 Blue Water Sport: Videotest der 78-Fuß-Carbon-Yacht, die schneller als der Wind segelt

24 Meter Länge, über 6,5 Meter maximale Breite und eine Vollcarbon-Konstruktion. Das sind einige der Zahlen, die die Geschichte der ICE 80 erzählen, dem neuen Flaggschiff von ICE Yachts, entworfen von Umberto Felci. Doch vor allem die Leistung macht diese Segel-Superyacht besonders faszinierend. Das Ziel des Projekts ist ehrgeizig: den Komfort und die einfache Handhabung eines Blue-Water-Cruisers mit der Leistung eines Rennboots zu verbinden und so ein Segelerlebnis zu bieten, bei dem selbst eine kleine Crew ein 24-Meter-Boot mühelos bewältigen kann.

Bei unserer Probefahrt, die wir auf dem Cannes Yachting Festival 2026 aufgezeichnet haben, konnten wir diesen Ansatz aus erster Hand überprüfen. Bei 7–8 Knoten wahrer Wind segelte die ICE 80 am Wind mit Geschwindigkeiten, die nahe an der Windgeschwindigkeit lagen oder diese sogar übertrafen. Mit dem Code 0 stieg die Leistung noch weiter an: Bei etwa 7 Knoten echtem Wind wurden über 9 Knoten erreicht, und als der Wind auf 10 Knoten zunahm, wurden sogar 12 Knoten erreicht. Möglich macht dieses Verhalten das extrem leichte und starre Carbonkonstruktion, die Segelfläche von 330 Quadratmetern, der Teleskopkiel und die Decksanordnung, die darauf ausgelegt ist, die Leinenführung zu zentralisieren und eine besonders unkomplizierte Bedienung zu ermöglichen.

Die ICE 80 ist aber auch eine Superyacht, die fürs Leben an Bord konzipiert ist. Der Videorundgang führt uns durch die riesige Kombüse, die Eignerkabine, die beiden VIP-Kabinen, die speziellen Crew-Bereiche und den Maschinenraum. Das Ergebnis ist ein Design, bei dem Leistung, Technik, Komfort und einfache Handhabung kompromisslos miteinander verschmelzen.

ICE 80 Blue Water Sport: der Videotest

Schaut euch den Videotest an, der von The International Yachting Media beim Cannes Yachting Festival 2026 produziert wurde:

Der Test der ICE 80 beginnt unter nahezu idealen Bedingungen: ruhige See und ein wahrer Wind zwischen 7 und 8 Knoten. Die Yacht segelt zunächst auf einem relativ weiten Am-Wind-Kurs, etwa 50 Grad vom scheinbaren Wind abgewinkelt. Das sind perfekte Bedingungen, um das Verhalten des Rumpfes und die Leichtigkeit, mit der Segelanpassungen vorgenommen werden können, zu beurteilen.

Eines der ersten Merkmale, das auffällt, ist in der Tat die einfache Handhabung. Die Großschot lässt sich direkt vom Steuerstand aus einstellen, ohne dass man sich über das Deck bewegen muss. Die ICE 80 geht nach und nach näher an den Wind heran und beschleunigt dabei, bis sie eine Geschwindigkeit zwischen 7,5 und 8 Knoten erreicht – was im Wesentlichen der Geschwindigkeit des wahren Windes entspricht: eine besonders bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass es sich um eine 24-Meter-Superyacht handelt, die auch für Kreuzfahrten konzipiert ist.

Der Rumpf der ICE 80 verwandelt jede Windböe in Geschwindigkeit

Unterwegs ist der geringe Rumpfwiderstand sofort spürbar. Der Rumpf bietet minimalen Widerstand und reagiert prompt auf Windänderungen. Schon bei der kleinsten Böe scheint die ICE 80 die zusätzliche Energie in Beschleunigung umzuwandeln. Am Steuer vermittelt das Boot das Gefühl, reaktionsschnell und unkompliziert zu manövrieren zu sein.

Auch das Wenden bestätigt diese Konstruktionsphilosophie. Sobald der Wechsel auf den neuen Kurs abgeschlossen ist, gewinnt das Boot schnell wieder an Geschwindigkeit und bleibt nahe an den Werten vor dem Manöver. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 8 Knoten auf dem vorherigen Kurs segelt die ICE 80 nach dem Wenden weiterhin mit rund 7 Knoten weiter und weist dabei nur einen minimalen Geschwindigkeitsverlust auf.

Der Test geht weiter, indem versucht wird, das Boot näher an den Wind heranzuführen. Die ICE 80 behält auch bei sehr engem Am-Wind-Kurs ihre hohe Geschwindigkeit bei. Das Rumpfverhalten bleibt progressiv, und die Ruderanlage ermöglicht präzise Kurskorrekturen. Die Möglichkeit, Anpassungen mühelos vorzunehmen, trägt zusätzlich zum Eindruck von Einfachheit bei. Das ist ein zentraler Aspekt des Projekts: Leistung scheint nicht auf Kosten der einfachen Handhabung zu gehen; vielmehr ist sie in ein System integriert, das darauf ausgelegt ist, das Steuern eines Bootes dieser Größe auch für eine kleine Crew zugänglich zu machen.

Der Code 0 sorgt erneut für neuen Schwung

Der zweite Teil des Tests wird erst richtig spannend, als der Code 0 gesetzt wird. Der wahre Wind liegt zwischen 5,5 und 6,5 Knoten, doch die ICE 80 legt sofort an Fahrt zu: erst 6,7 Knoten, dann 7 und 7,5 Knoten. Das Boot reagiert weiterhin extrem schnell auf Segelkorrekturen, und sobald die Trimmung optimiert ist, überschreitet es 8 Knoten. Das Steuerrad lässt sich leichtgängig bedienen und gibt dabei präzises Feedback, während das Steuerungssystem die Steuerung wichtiger Funktionen ermöglicht, ohne dass eine große Crew erforderlich ist.

Mit weiterer Segeltrimmung werden die Zahlen noch beeindruckender: Die ICE 80 erreicht bei etwa 7 Knoten echtem Wind über 9 Knoten. Genau dann kommt die doppelte Seele des Projekts am deutlichsten zum Vorschein. Auf der einen Seite steht ein Boot, das für Langstreckenfahrten und den Komfort der Gäste konzipiert ist; auf der anderen Seite eine äußerst effiziente Segelplattform, die relativ leichte Windverhältnisse optimal nutzen kann. Die während der Testfahrt gemessenen Geschwindigkeiten beziehen sich natürlich auf die spezifischen Bedingungen des Tages und die verwendete Konfiguration, geben aber einen klaren Hinweis auf das Potenzial der ICE 80.

Gerade als wir denken, der Ausflug sei vorbei, und wir uns auf den Rückweg zum Hafen von Cannes machen, frischt der Wind auf. Das ist die perfekte Gelegenheit, die ICE 80 noch ein bisschen weiter zu testen, und das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten: Bei 10 Knoten wahrer Windgeschwindigkeit erreicht das Boot 12 Knoten. Das ist wohl der spektakulärste Messwert des gesamten Tests, da er die Konstruktionsphilosophie perfekt auf den Punkt bringt: ein 24-Meter-Boot, das für Kreuzfahrten konzipiert ist, aber dennoch Geschwindigkeiten erreicht, die sonst eher für eine deutlich leistungsorientiertere Kategorie typisch sind.

Wie die ICE 80 gebaut ist

Ein wesentlicher Teil der Leistungsfähigkeit der ICE 80 liegt in ihrer Konstruktion. Rumpf, Deck und Strukturelemente werden im Vakuuminfusionsverfahren aus Kohlefaser gefertigt. Das Ziel ist es, gleichzeitig strukturelle Steifigkeit und Gewichtsreduzierung zu erreichen. Das Ergebnis ist besonders bemerkenswert: Bei einer 24 Meter langen Segel-Superyacht liegt die Verdrängung bei etwa 38 Tonnen. Dieses Verdrängungsmanagement ist der Schlüssel zur Effizienz der ICE 80. Weniger Gewicht bedeutet, dass weniger Energie benötigt wird, um das Boot anzutreiben, wodurch der Segelplan sein volles Potenzial entfalten kann.

Ein weiteres wichtiges technisches Merkmal ist der Teleskopkiel. Der Tiefgang lässt sich von 4,60 auf 3,20 Meter einstellen und bietet damit zwei Vorteile, die auf den ersten Blick schwer unter einen Hut zu bringen scheinen: Ein tieferer Tiefgang sorgt einerseits für die nötige hydrodynamische Effizienz unterwegs und steigert die Leistung; andererseits erleichtert ein geringerer Tiefgang das Ankern und eröffnet den Zugang zu einer größeren Auswahl an Häfen. Diese Lösung passt perfekt zum Blue-Water-Cruiser-Konzept: Leistung, wenn sie gebraucht wird, kombiniert mit der Freiheit, vielfältige Reiseziele zu erkunden.

Zwei Steuerstände und Carbon-Pods

Das Deckslayout wird von zwei Steuerständen mit Carbon-Pods dominiert. Das Design ist raffiniert, doch hinter der Ästhetik verbirgt sich eine klare operative Funktion. Von den Steuerständen aus lassen sich die wichtigsten Funktionen des Bootes steuern – von den Segeln bis zur Haustechnik. Das Ergebnis ist eine zentralisierte Steuerung, die das Steuern einer Yacht mit einer Segelfläche von 330 Quadratmetern überraschend einfach macht.

Ein besonderes Highlight des Decksplans ist das Großschot-Managementsystem mit einer fest eingebauten Winde. Diese Anordnung ermöglicht es, das Großsegel direkt vom Steuerstand aus zu trimmen und zu fieren, ohne physisch an die Winde herankommen zu müssen. Ergänzt wird das System durch zwei große Arbeitswinden, die sich auf beiden Seiten in der Nähe der Steuerstände befinden. Insgesamt lassen sich die wichtigsten Manöver mit minimaler Besatzung vom Deck aus steuern.

Dieses Konzept wird durch die Option eines selbstwendenden Focksegels noch unterstrichen: In dieser Konfiguration lässt sich die ICE 80 praktisch einhand bedienen, was den Bedarf an körperlicher Bewegung und manuellen Eingriffen deutlich reduziert.

Eine Segelfläche von 330 m²

Die ICE 80 verfügt über eine Gesamtsegelfläche von rund 330 Quadratmetern. Die Vorsegelkonfiguration ist vielseitig: Zur Auswahl stehen ein selbstwendendes Focksegel auf einer Schiene für Einfachheit und einfache Handhabung oder eine traditionelle Genua mit einer Überlappung zwischen 105 und 110 %. Im Bug sorgt ein großzügiger Bugspriet dafür, dass verschiedene Segelkonfigurationen möglich sind.

Der Bugspriet der ICE 80 ist eines der markantesten Merkmale des Yachtprofils. Darauf ist das Vorsegel aufgeriggt, während etwas weiter vorne das Rollsystem für den Code 0 sitzt. Ganz am Bug kann zudem ein großer Gennaker gesetzt werden. Diese Vielfalt an Konfigurationen ermöglicht es, den Segelplan an wechselnde Wetterbedingungen anzupassen und dabei den Fokus auf eine einfache Handhabung zu legen.

Der Innenraum der ICE 80

Die Essecke ist einer der beeindruckendsten Bereiche im Inneren des ICE 80. Ein großes L-förmiges Sofa nimmt eine Seite des Salons ein, während sich gegenüber eine weitere großzügige Sitzecke befindet. Der zentrale Klapptisch lässt sich noch weiter ausziehen. Mit zusätzlichen Sitzplätzen bietet der Bereich problemlos Platz für 10–12 Personen und erreicht eine maximale Kapazität von bis zu 14 Gästen.

Wenn man von der Essecke hinuntergeht, gelangt man in den privaten Wohnbereich des Eigners, der sich über eine Schiebetür vom Rest der Yacht abschotten lässt. Die Suite umfasst zwei Kabinen und zwei Badezimmer, beide mit separaten Duschkabinen. Die Eignerkabine ist besonders großzügig geschnitten und verfügt über ein Kingsize-Bett. Gegenüber befinden sich zwei große Sessel und ein Bereich, der für einen Schreibtisch oder maßgefertigte Einbauten vorgesehen ist. Weiter nach vorne gelangt man zu einem begehbaren Kleiderschrank, gefolgt von einem ebenso geräumigen Badezimmer mit separater Duschkabine.

Im privaten Bereich befindet sich die VIP-Kabine, die ebenfalls geräumig ist. Sie verfügt über ein Queen-Size-Bett und Stauraum. Zur Kabine gehört ein eigenes Bad mit separater Dusche. Diese Aufteilung ermöglicht es, die Privatsphäre der Master-Suite auf einen zweiten Gast auszuweiten.

Die Unterbringungsmöglichkeiten setzen sich mit einer zweiten VIP-Kabine fort, die ebenfalls überdurchschnittlich groß ist. Die beiden Einzelbetten sind breit – über einen Meter breit – und verfügen über reichlich Stauraum. Auch diese Kabine verfügt über ein eigenes Bad.

Die Raumaufteilung ermöglicht es der ICE 80, sowohl dem Eigner als auch den Gästen komfortable Unterkünfte zu bieten und gleichzeitig die Wohnbereiche voneinander zu trennen. Der Crewbereich ist vom Hauptsalon getrennt und verfügt über eine besonders große Kombüse. Diese ist dafür ausgelegt, Mahlzeiten für den Eigner, die Gäste und die gesamte Crew zuzubereiten. Die räumliche Trennung gewährleistet Privatsphäre für die Eignerkabine und operative Autonomie für die Crew. In diesem Bereich befindet sich auch ein Esstisch für die Crew, während weiter vorne die Kapitänskajüte und eine zusätzliche Zweibettkabine liegen. Abgerundet wird der Bereich durch eigene Sanitäranlagen und eine Navigationsstation, die mit allen Instrumenten für die Schiffsführung ausgestattet ist.

Ein Maschinenraum, der den Ambitionen des Projekts gerecht wird

Um die Verarbeitungsqualität einer Yacht zu beurteilen, ist der Maschinenraum einer der aussagekräftigsten Bereiche. Der Maschinenraum der ICE 80 passt zum Gesamtumfang der Yacht: ein großzügiger Bereich, der für einen einfachen Zugang zum Motor und zu den Systemen konzipiert ist. Die Verkabelung ist ordentlich verlegt – ein Detail, das bei einem flüchtigen Rundgang selten ins Auge fällt, aber entscheidend für die langfristige Wartung und Zuverlässigkeit ist.

Fazit

Der Test der ICE 80 bringt zwei scheinbar unterschiedliche Seiten zum Vorschein. Auf der einen Seite steht der Blue-Water-Cruiser mit großzügigen Innenräumen, einer Master-Suite, Gästekabinen, Crew-Unterkünften und einer Ausstattung, die für Langstreckensegeln ausgelegt ist. Auf der anderen Seite steht die Rennseele, die sich durch eine Karbonkonstruktion, geringes Gewicht, einen Teleskopkiel, 330 m² Segelfläche und einen Rumpf ausdrückt, der selbst bei leichtem Wind schnell beschleunigen kann.

Die wahre Überraschung liegt jedoch darin, wie mühelos sich diese Leistung handhaben lässt. Leinenführung, feststehende Winschen, ein selbstwendendes Focksegel, Rollreffsysteme und zwei Steuerstände sorgen dafür, dass sich ein 24-Meter-Boot mit geringem Kraftaufwand steuern lässt. Letztendlich schließt die ICE 80 die Lücke zwischen Leistung und Komfort: eine Segel-Superyacht, bei der die Kreuzfahrttauglichkeit den sportlichen Geist nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, gerade die Verbindung dieser beiden Aspekte prägt den Charakter der ICE 80.

Quellen und Referenzen

QuelleInhalt
The International Yachting Media – ICE 80-Testvideo
Offizieller YouTube-Kanal, auf dem das Video zur Probefahrt und zur Rundführung an Bord der ICE 80 veröffentlicht wurde
Luca D’Ambrosio
Probefahrt und technische Messungen durch den auf Schifffahrt spezialisierten Journalisten, Autor des Probefahrtvideos

ICE 80 – Häufig gestellte Fragen

Die ICE 80 ist etwa 24 Meter lang und hat eine maximale Breite von über 6,5 Metern.

Bei Testfahrten in Cannes erreichte die ICE 80 unter einem Code 0 eine Geschwindigkeit von 12 Knoten bei 10 Knoten wahrer Windgeschwindigkeit.

Dank der im Vakuum verfestigten Carbonfaserkonstruktion liegt das im Test angegebene Gewicht bei etwa 38 Tonnen.

Die ICE 80 verfügt über eine Segelfläche von etwa 330 m². Die Decksanordnung ermöglicht verschiedene Vorsegelkonfigurationen, vom Selbstwendefock bis hin zu Genua, Code 0 und Gennaker.

Luca D'Ambrosio

Editor-in-chief, boat tester and journalist. Luca began sailing at an early age with his father then as an adult discovered sailing regattas and offshore racing. He has been working in publishing for more than 30 years and continues to sail incessantly, especially aboard the editorial staff's boat, an old lady of the seas that he has completely rebuilt and which serves excellently as a "mobile laboratory" for The International Yachting Media.

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