Wir haben den Scanner Envy 1100 in der Version mit Heckantrieb getestet
In der dynamischen und faszinierenden Welt des modernen Yachtings hat die Kategorie der Maxi-RIBs eine absolut herausragende Rolle eingenommen. Dabei handelt es sich nicht mehr um einfache Schlauchboote, sondern um echte Luxusboote, die adrenalingeladene Leistung mit dem typischen Komfort von Yachten der Oberklasse verbinden. Bei einem Spaziergang entlang der Docks der renommierten Palma International Boat Show fällt ein Modell mit seinen äußerst eleganten Linien sofort ins Auge: der Scanner Envy 1100, den wir hier in einer prächtigen Sterndrive-Version ohne T-Top sehen – eine Kombination, die seine Schönheit entscheidend unterstreicht.
Dieses prächtige Schlauchboot trägt die unverkennbare Handschrift von Scanner Marine, einer Werft, die sich im Laufe der Jahre als Maßstab für alle etabliert hat, die kompromisslosen Stil, hervorragende Leistung und innovative Deckslösungen suchen.
Kurz gesagt: ein Boot, das wir einfach testen mussten.
Am Tag nach der Bootsmesse kamen wir voller Erwartungen zur Probefahrt mit dem Scanner Envy 1100 am Steg an. Die Wetterbedingungen waren jedoch alles andere als gnädig. Über Nacht hatte es heftig geregnet, begleitet von heftigen Gewittern und Winden, die unerbittlich zwischen 25 und 30 Knoten wehten. Das Ergebnis war eine See, die von langem, hohem Wellengang geprägt war, dessen Höhe deutlich über einem Meter lag.
Das waren anspruchsvolle Bedingungen, die viele Boote dieser Kategorie in Schwierigkeiten gebracht hätten und jeden davon abgehalten hätten, die maximale Leistung herauszuholen. Selbst wir hatten anfangs Zweifel, ob wir diesen wunderschönen Scanner Envy 1100 bis an seine Grenzen bringen könnten. Doch unsere Arbeit erfordert es, das Rumpfverhalten in jeder Situation zu bewerten, und diese Bedingungen erwiesen sich als perfekter Testplatz, um die wahre Zuverlässigkeit dieses Maxi-RIBs auf die Probe zu stellen.
Angetrieben werden wir heute von zwei identischen 6,2-Liter-V8-MerCruiser-Benzinmotoren. Diese Antriebe, die perfekt zur Heckantriebsversion der Scanner Envy 1100 passen, entfalten eine Gesamtleistung von beeindruckenden 700 Horsepower (was sehr nahe an der maximal zugelassenen Leistung von 750 HP liegt). Sobald wir die geschützten Gewässer des Hafens verlassen und uns dem offenen Meer zuwenden, beschließen wir, nicht zu zögern und die Gashebel durchzudrücken.
Der Sound der beiden amerikanischen V8-Motoren an Bord der Scanner Envy 1100 ist einfach fantastisch, kraftvoll und mitreißend. Das Aufgleiten geht blitzschnell, buchstäblich im Handumdrehen; das RIB hebt bei etwa 9–10 Knoten ab, und schon in den ersten Augenblicken wird uns die Qualität des hydrodynamischen Designs der Scanner Envy 1100 bewusst.
Auf den Bildern unserer Bugkamera sieht man ganz deutlich, wie rau die See heute ist – mit diesem langen und tückischen Seegang. Doch der Rumpf der Scanner Envy 1100, der mit einem sehr ausgeprägten „V“-Bug ausgestattet ist, schneidet durch die Wassermassen und gleitet problemlos und vor allem ohne heftige Schläge durch sie hindurch.
Wir erreichen schnell eine Geschwindigkeit von 28 Knoten, und unglaublicherweise bleibt der Komfort an Bord weiterhin hervorragend. Um die Querstabilität des Rumpfes zu testen und maximale Leistung zu erzielen, wenden wir uns, um einen Kurs parallel zur Wellenbewegung einzuschlagen, sodass die großen Wellen quer zur Fahrtrichtung kommen – ein Kurs, der für die Stabilität von Schlauchbooten bekanntermaßen kritisch ist. Bei einer Geschwindigkeit von 35 Knoten und seitlich ankommenden Wellen lässt sich die Scanner Envy 1100 unglaublich gut steuern; der Rumpf federt die seitlichen Wellenbewegungen ab und vermittelt uns ein großartiges Gefühl von Sicherheit.
Bei dieser konstanten Geschwindigkeit laufen unsere Motoren völlig mühelos mit etwas mehr als 4.000 U/min. Das ist eine strategische Reisegeschwindigkeit: Sie ermöglicht es uns, lange Strecken zurückzulegen und dabei einerseits ein extrem hohes Maß an Komfort zu bieten und andererseits einen wirklich niedrigen Kraftstoffverbrauch zu gewährleisten.
Trotz der Seebedingungen haben wir beschlossen, die Wendigkeit des Scanner Envy 1100 auf die Probe zu stellen. Wir verlangsamen auf etwa 30 Knoten und leiten, ohne vom Gas zu gehen, eine sehr enge Kurve ein, wobei wir das Ruder hart nach Backbord legen. Die Reaktion des Scanner Envy 1100 ist blitzschnell und aufregend: Das Maxi-RIB zieht einen präzisen, engen Bogen, ohne auch nur das geringste Schleudern oder einen Verlust an Seitenhalt zu zeigen.
Wir machen eine Gegenkurve nach Steuerbord, und das Szenario wiederholt sich eins zu eins: Wir schaffen es, in einem noch engeren Radius zu wenden, und der Rumpf dieses Maxi-Ribs bleibt völlig unbeeindruckt. Beim Beschleunigen in die Kurve ist das einzige Gefühl an Bord der rasche Anstieg der Zentrifugalkraft, die uns fest in unseren Sitzen hält.
Ich würde sagen, dass dieser Rumpf der Prämisse voll und ganz gerecht wird, dass Scanner-Boote über wahrhaft „legendäre“ Rümpfe verfügen.
Wir bringen die Scanner Envy 1100 wieder quer zu den Wellen und geben ohne zu zögern Vollgas, um unseren MerCruiser-V8-Motoren 100 % abzuringen.
Die GPS-Anzeige steigt rasant auf 40 Knoten und klettert dann weiter bis auf 44 Knoten. Bei dieser wahnsinnigen Geschwindigkeit fliegen wir buchstäblich über die großen Wellen hinweg. Das dynamische Verhalten des Rumpfs dieses Maxi-RIBs ist außergewöhnlich: Selbst bei Höchstgeschwindigkeit bleibt der Aufprall auf die unruhige Wasseroberfläche unter Kontrolle. Unser Instrument zeigt schließlich 44,9 Knoten an – das ist praktisch die Höchstgeschwindigkeit, die die Scanner Envy 1100 in dieser Heckantriebsversion heute erreicht hat.
Bevor wir den Bug wieder in Richtung Hafen lenken, gönnen wir uns noch einen letzten Stabilitätstest. Wir verlangsamen das Tempo auf etwa 40 Knoten und fahren mit offenem Gashebel in eine weite, schnelle Kurve ein. Solche Hochgeschwindigkeitsmanöver bei schwerer See sind oft eine Schwachstelle vieler Boote. Nicht so beim Scanner Envy 1100, der selbst unter den heutigen Bedingungen keinen Millimeter aus der Ruhe kommt.
| Drehzahl | Geschwindigkeit (Knoten) | Kraftstoffverbrauch (l/h) | Kraftstoffverbrauch (l/NM) |
| 600 | 3,7 | 6 | 2,02 |
| 1000 | 5,4 | 11 | 2,04 |
| 1500 | 7,8 | 16 | 2,05 |
| 2000 | 10,0 | 28 | 3,20 |
| 2500 | 15,4 | 39 | 2,53 |
| 3000 | 21,1 | 51 | 2,42 |
| 3500 | 26,5 | 66 | 2,49 |
| 4000 | 31,0 | 82 | 3,05 |
| 4500 | 36,4 | 108 | 3,37 |
| 5000 | 41,0 | 146 | 3,56 |
| 5500 | 44,9 | 186 | 4,14 |
Wenn man an Bord der Scanner Envy 1100geht , ist der erste Eindruck der einer meisterhaften Raumausnutzung. Ganz am Bug empfängt die Scanner Envy 1100 ihre Gäste mit einer riesigen, bequemen Sonnenliege. Dieser Bereich ist nicht nur zum Entspannen in der Sonne gedacht, sondern besticht auch durch außergewöhnliche Vielseitigkeit: Bei Bedarf lässt sich der mittlere Teil umgestalten und in eine Außenlounge mit einem praktischen Tisch in der Mitte verwandeln. Das ist die ideale Kulisse, um in absoluter Privatsphäre einen Aperitif bei Sonnenuntergang zu genießen und die Meeresbrise zu spüren.
In Richtung Heck verläuft der Durchgang flüssig und sicher dank praktischer Seitengänge, die die zentrale Konsole flankieren. So gelangen wir zum gesellschaftlichen Herzstück des Bootes: der großen hinteren Essecke der Scanner Envy 1100. Hier hat Scanner Marine einen einladenden und äußerst funktionalen Bereich gestaltet, dessen Mittelpunkt eine große, voll ausgestattete Wet-Bar bildet – unverzichtbar für das Leben im Freien. Diese Einheit dient als Basis für einen ausziehbaren Tisch, der von einem großzügigen U-förmigen Sofa umgeben ist. Die Sitze sind ergonomisch geformt, und der verfügbare Platz bietet bequem Platz für vier bis sechs Personen, was maximalen Komfort für die Gäste gewährleistet.
Hinter dem zentralen Cockpit des Scanner Envy 1100: Wenn du den Heckbereich erreichst, findest du dort eine riesige Sonnenliege, auf der drei Personen bequem Platz finden. Wenn du eine praktische Stufe hinuntersteigst, kommt eine der wirklichen Stärken dieser speziellen Konfiguration zum Vorschein. Der Scanner Envy 1100, den wir testen, ist nämlich die Version mit Heckantrieb dieser großartigen Maxi-Rib-Reihe. Im Vergleich zur Außenbordmotor-Konfiguration wird durch diese Wahl der Heckbereich des Scanner Envy 1100 komplett freigelegt, wodurch sich die Plattform in einen geräumigen, übersichtlichen Beach Club direkt am Wasser verwandelt – perfekt für den einfachen Zugang zum Meer oder einfach zum Entspannen in der Nähe der Wellen.
Ein 11-Meter-Maxi-RIB (mit einer Länge von genau 1.100 cm und einer Breite von 360 cm) ist von Natur aus ein Tageskreuzer, doch der Scanner Envy 1100 hält für anspruchsvolle Eigner noch eine weitere Überraschung bereit. Wenn man nach vorne geht und die in die Konsole eingebaute Zugangstür öffnet, kommt eine kleine, aber voll ausgestattete Kabine zum Vorschein. Das ist kein bloßes Staufach oder ein beengter Umkleideraum: Diese Kabine auf der Scanner Envy 1100 verfügt über ein Marine-WC und ein praktisches Waschbecken.
Die Innenmaße und das Volumen – von außen kaum zu erahnen – bieten Platz für ein Paar, das vor Anker übernachten oder einen Wochenendausflug auf See machen möchte. Diese Eigenschaft erweitert die Einsatzreichweite des Bootes erheblich.
Zurück an Deck nehmen wir unseren Platz am Steuerstand ein. Das Layout ist ganz im Scanner-Stil: elegant, aufgeräumt und unglaublich ergonomisch. Die Konsole der Scanner Envy 1100 ist mit allen notwendigen Instrumenten für Navigation und Motorsteuerung ausgestattet, aber was am meisten beeindruckt, ist, dass alles intelligent genau dort platziert ist, wo es hingehört – immer in Reichweite.
Hier findest du die offiziellen technischen Daten des Scanners Envy 1100.
| Funktion | Technische Daten |
| Modell | Scanner Envy 1100 |
| Gesamtlänge (LOA) | 1100 cm |
| Strahl (maximaler Strahl) | 360 cm |
| CE-Kategorie | B |
| Maximale Kapazität | 18 Passagiere |
| Maximale Nennleistung | 750 HP |
| Motor getestet | 2x MerCruiser V8 6,2 l Benzin (insgesamt 700 HP) |
| Gemessene Höchstgeschwindigkeit | 44,9 Knoten |
Der YouTube-Kanal von „The International Yachting Media“ hat offiziell die Marke von 400.000 Abonnenten erreicht und überschritten und bestätigt damit seinen Status als einer der weltweit meistverfolgten Kanäle für maritime Informationen.
Luca D'Ambrosio ist der leitende Journalist und Haupttester bei The International Yachting Media. Er ist ein international anerkannter Experte, der für sein technisches Fachwissen und seine Erfahrung sowohl mit Motorbooten als auch mit Segelbooten bekannt ist.
Der Kanal verfolgt eine globale Lokalisierungsstrategie, die die professionelle Übersetzung und Synchronisation von Walkthrough-Videos und Tests in zahlreiche Sprachen umfasst, sodass die Inhalte weltweit ohne Sprachbarrieren genossen werden können.
Der Kanal verfolgt eine globale Lokalisierungsstrategie, die die professionelle Übersetzung und Synchronisation von Walkthrough-Videos und Tests in zahlreiche Sprachen umfasst, sodass die Inhalte weltweit ohne Sprachbarrieren genossen werden können.
Auf dem YouTube-Kanal werden ausführliche Tests und detaillierte Vorführungen sowohl von Motorbooten als auch von Segelbooten veröffentlicht, die ein breites Spektrum abdecken – von Freizeitbooten bis hin zu luxuriösen Superyachten.
Jeder Videotest wird in Artikel integriert, die in den sechs internationalen Magazinen von The International Yachting Media veröffentlicht werden, die in insgesamt 28 Sprachausgaben erscheinen. Diese Strategie schafft ein redaktionelles Ökosystem, in dem sich Videoinhalte und fundierte journalistische Beiträge gegenseitig ergänzen, wodurch die Sichtbarkeit der Probefahrten erhöht wird und Leser erreicht werden, die den YouTube-Kanal vielleicht noch nicht kennen. Die Verknüpfung zwischen den Online-Magazinen und der Videoplattform sorgt für einen stetigen Zustrom neuer Zuschauer, was zum organischen Wachstum des Kanals beiträgt und die internationale Verbreitung seiner Inhalte stärkt.
Der V-Rumpf mit tiefem Bug des Scanner Envy 1100 sorgt für hervorragende Seetüchtigkeit. Bei unserem Test glitt das RIB sanft durch die Wellen, sodass wir mit hohem Komfort und absoluter Sicherheit hohe Reisegeschwindigkeiten erreichen konnten.
Ja, auch wenn es sich nicht um ein „offiziell“ als Kabinenboot ausgewiesenes Maxi-Rib handelt, verfügt das Scanner Envy 1100 über eine kleine Kabine unterhalb der Konsole. Darin findest du ein Doppelbett, ein Toilettenbecken und ein Waschbecken, sodass es sich gut für einen Wochenendausflug oder eine Übernachtung vor Anker eignet.
Der Hauptunterschied liegt in der Motorauslegung und der daraus resultierenden Heckgestaltung: Die Z-Antriebs-Version des Scanner Envy 1100 bietet einen komplett offenen Heckspiegel, der die Linienführung des RIBs unterstreicht und als „Beach Club“ dient. Die Außenbordversion verleiht dem Profil einen aggressiveren, sportlicheren Look und schafft unter der hinteren Sonnenliege viel Stauraum.
| Quelle | Beschreibung und bereitgestellte Inhalte |
| Scanner Marine | Offizielle technische Daten, Abmessungen und offizielle Zertifizierungsspezifikationen für den Scanner Envy 1100 |
| Der YouTube-Kanal von The International Yachting Media | Testvideo, Echtzeit-Veranstaltungsaufnahmen |
| Luca D’Ambrosio | Aussagen, Messungen und Tests des Fachjournalisten und Bootstesters |
| The International Yachting Media | Fotomaterial und Unterwasseraufnahmen zum Artikel |
Editor-in-chief, boat tester and journalist. Luca began sailing at an early age with his father then as an adult discovered sailing regattas and offshore racing. He has been working in publishing for more than 30 years and continues to sail incessantly, especially aboard the editorial staff's boat, an old lady of the seas that he has completely rebuilt and which serves excellently as a "mobile laboratory" for The International Yachting Media.
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