Ein neues Kapitel für den America’s Cup: Die America’s Cup Partnership wird Realität

Eine in New York getroffene Vereinbarung könnte einen historischen Wendepunkt in der Verwaltung und Organisation des America’s Cups markieren. Die America’s Cup Partnership (ACP) wurde am 15. Oktober offiziell ratifiziert und legt den Grundstein für eine Zukunft, in der die Teams nicht mehr nur Konkurrenten, sondern Mitveranstalter des prestigeträchtigsten Ereignisses im internationalen Segelsport sein werden.

Foto: America's Cup Partnership

Neue Governance

Bisher folgte der America’s Cup immer einem Modell, bei dem der Defender die meisten Aspekte der Veranstaltungsstruktur kontrollierte, darunter das Protokoll, den Kalender und die kommerziellen Rechte. Mit der Gründung des ACP ändert sich dieses Paradigma radikal.

Von nun an wird jedes Team einen Sitz im Vorstand der Partnerschaft haben, mit einem Stimmrecht proportional zu seiner Beteiligung an der Veranstaltung. Der Vorstand wird ein unabhängiges Managementteam ernennen, das für die Überwachung der kommerziellen, medialen, technischen Entwicklungs- und Innovationsaspekte verantwortlich ist. Schließlich wird der America’s Cup – einschließlich aller damit verbundenen Rennen – nicht mehr wie bis 1987 (mit späteren Änderungen) alle vier Jahre, sondern alle zwei Jahre ausgetragen, um eine größere Stabilität bei der Planung, den Investitionen und der Kontinuität zu gewährleisten. Der ACP wird am 1. November 2025 in Kraft treten. Kurz gesagt, von nun an werden wir nicht mehr Zeuge eines „einmaligen Ereignisses“, das jedes Mal neu gestaltet wird, sondern eines „langfristigen Projekts„, bei dem die Teams echte Partner und Mitwirkende am Wachstum und Wert des America’s Cups sind.

37 America's Cup - Louis Vuitton 37th America's Cup - Renntag 5 - Rennen 8

America’s Cup 2027: Italien im Zentrum des Wandels

Die in New York unterzeichnete Vereinbarung für die Veranstaltung in Neapel im Jahr 2027 betrifft auch direkt die italienischen Interessen. Die Verwaltung des Geländes in der Nähe von Bagnoli und der Vorveranstaltungen wird unter der Aufsicht der ACP stehen, die eng mit den lokalen italienischen Behörden zusammenarbeiten muss. Italienische Teams, darunter Luna Rossa Pirelli – bereits ein Herausforderer – und möglicherweise Alinghi, abhängig von der offiziellen Entscheidung über ihre Teilnahme, werden die Chance haben, aktiv zur Leitung der Veranstaltung beizutragen, anstatt nur Teilnehmer zu sein.

Wir erwarten von der America’s-Cup-Partnerschaft, die zum ersten Mal seit 147 Jahren Teams verspricht, die nicht nur Rivalen, sondern auch gemeinsame Hüter dieser außergewöhnlichen Regatta sind, einen wichtigen Wendepunkt. Die Herausforderung wird nicht einfach sein – es wird ein Weg voller Risiken und Ungewissheiten sein, die es zu überwinden gilt: von der Gewährleistung einer transparenten Governance über den Ausgleich unterschiedlicher Interessen und die Anpassung des Wettkampfprotokolls bis hin zur Einhaltung der knappen Anmeldefrist am 31. Oktober 2025. Für die großen „Leute“ des America’s Cup – diejenigen, die die Rennen mit angehaltenem Atem verfolgen und das Geräusch des Windes wahrnehmen, bevor sie sehen, wie sich die Segel füllen – ist die Gründung der America’s Cup Partnership nicht nur eine Vereinbarung zwischen den Teams. Es ist ein Versprechen. Das Versprechen von endlosen Emotionen.

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