Die neue Selva Aurion 40 bringt eine Designphilosophie ins Maxi-RIB-Segment, die auf Praktikabilität, Robustheit und der Ausgewogenheit zwischen Leistung, Komfort und Betriebskosten basiert. Das Flaggschiff der Selva-Reihe setzt voll und ganz auf Leistung und Wohnkomfort: Das Ergebnis ist ein wirklich wahnsinniges Boot, wie wir in diesem neuen Probefahrtvideo von The International Yachting Media selbst erleben konnten.
Während des Tests haben wir den Selva Aurion 40 unter besonders anspruchsvollen Bedingungen auf Herz und Nieren geprüft: eine Fahrt von fast 100 Seemeilen von Cannes nach Genua, mit Ankunft in der Marina Porto Antico, dem Sitz des The International Yachting Media Test Center. Das Boot wurde von zwei Selva XSR 300 angetrieben: zwei 4,2-Liter-V6-Außenbordmotoren, die sich durch eine spezielle XSR-Mapping-Einstellung auszeichnen und besonders kraftvolles Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich liefern. Das Ergebnis ist ein fast sofortiges Gleiten und eine gemessene Höchstgeschwindigkeit von 44,5 Knoten.
Aber beim Aurion 40 geht es nicht nur um Zahlen. Das große Cockpit, die großzügigen Sonnenliegenbereiche, die Kabine mit einem Queen-Size-Bett und das Bad mit separater Duschkabine zeigen, dass dieses Maxi-RIB auch dafür konzipiert ist, mehrere Tage auf See zu verbringen. Bekanntlich ist es die Philosophie von Selva Marine, praktische, robuste und zuverlässige Boote und Motoren zu entwickeln, ohne dabei unbedingt dem Überflüssigen hinterherzujagen. Mit der Aurion 40 hat die Werft jedoch einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht und diesen Ansatz auf eine ganz neue Ebene gebracht.
Selva Aurion 40 – das Video zur Probefahrt
Unser Test beginnt in Cannes. Fast 100 Seemeilen trennen den Startpunkt von der Marina Porto Antico in Genua – ein besonders interessantes Testgelände, nicht nur, um die absolute Leistung zu überprüfen, sondern vor allem, um Komfort, Rumpfverhalten und Kraftstoffverbrauch bei längeren Fahrten zu bewerten. Tatsächlich stellt eine lange Fahrt den aussagekräftigsten Test für ein Boot dar, da sie eine Bewertung nicht nur in einem kurzen Sprint auf Höchstgeschwindigkeit, sondern unter realen Bedingungen ermöglicht.
Wie bereits erwähnt, wird das Maxi-RIB von zwei 4,2-Liter-Selva-XSR-300-V6-Motoren angetrieben. Das Kürzel „XSR“ steht für eine spezielle elektronische Steuerungskonfiguration und Motorabstimmung, die darauf ausgelegt ist, die Drehmomententfaltung in den Vordergrund zu stellen. Die Gasannahme ist sofort: Das Selva Aurion 40 kommt fast augenblicklich ins Gleiten und vermittelt schon ab den ersten Metern das Gefühl, über eine beträchtliche Leistungsreserve zu verfügen.
Selva XSR 300: enormes Drehmoment und eine Höchstgeschwindigkeit von 44,5 Knoten
Bei 25 Knoten laufen die beiden Motoren mit etwa 3.500 U/min, bei einem gemessenen Gesamtkraftstoffverbrauch von etwa 62 Litern pro Stunde. Eine Zahl, die man natürlich im Zusammenhang mit dem spezifischen Verbrauch pro Seemeile betrachten muss – ein besonders wichtiger Wert bei der Bewertung eines Bootes, das für lange Strecken gedacht ist. Erhöht man die Geschwindigkeit auf 30 Knoten und 3.840 U/min, steigt der Kraftstoffverbrauch auf rund 82 Liter pro Stunde. Dennoch verfügt die Selva Aurion 40 weiterhin über eine beträchtliche Leistungsreserve.
Die Reisegeschwindigkeit wird auf 35 Knoten gesteigert, die bei etwa 4.330 U/min erreicht wird, bei einem Gesamtkraftstoffverbrauch von rund 120 Litern pro Stunde. Dann ist es Zeit für den Vollgas-Test. Wir geben Vollgas, und die Aurion 40 überschreitet schnell die 40-Knoten-Marke und erreicht eine gemessene Höchstgeschwindigkeit von 44,5 Knoten. Das ist ein beachtlicher Wert für ein Boot, das neben seinem sportlichen Charakter auch viel Platz und Wohnkomfort an Bord bietet, wodurch es sich eindeutig auch in die Kategorie der Cruising-Maxi-RIBs einreiht.
Ein präziser und überraschend stabiler Rumpf
Die Höchstgeschwindigkeit erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte. Tatsächlich betrifft einer der interessantesten Aspekte der Testfahrt das Kurvenverhalten der Aurion 40. Bei etwa 30 Knoten leiten wir eine besonders enge Rechtskurve ein, doch der Rumpf bleibt stabil und hält präzise die Kurvenlinie, selbst wenn wir die Geschwindigkeit weiter erhöhen. Das gleiche Gefühl haben wir auch bei der Gegenkurve nach Backbord: Das Boot reagiert sofort auf Ruderbefehle, ohne eine offensichtliche Tendenz zu zeigen, aus der Kurve herauszudriften.

Ein weiterer besonders aussagekräftiger Test findet statt, wenn die Selva Aurion 40 wieder über ihren eigenen Kielwasserkurs fährt. Auch hier bewältigt der Rumpf die Passage mit großer Gelassenheit, ohne dass Stöße an Bord spürbar sind. Das ist eine wichtige Eigenschaft bei einem Maxi-RIB dieser Größe, vor allem wenn man bedenkt, dass es nicht nur für kurze Tagesausflüge, sondern auch für anspruchsvollere Fahrten genutzt werden kann.
Der Beschleunigungstest bestätigt unseren ersten Eindruck. Aus dem Stand heraus durchläuft der Aurion 40 zügig die verschiedenen Geschwindigkeitsstufen: 10, 20, 30, 35 und schließlich In nur 19 Sekunden werden 40 Knoten erreicht. Das Drehmoment der beiden Selva XSR 300 V6-Motoren ist somit deutlich spürbar. Das ist nicht nur der Gesamtleistung zu verdanken, sondern auch dem Ansprechverhalten der Motoren, wodurch das Boot sehr schnell aus dem Wasser schießt. Doch auch wenn der Tacho steigt, bleibt der Komfort an Bord auf hohem Niveau. Genau diese Balance zwischen Leistung und Wohnlichkeit zeichnet die Aurion 40 am besten aus.
Wie der Selva Aurion 40 gebaut wird
Nach der Ankunft in Genua verlagert sich der Test von der Navigation auf die Erkundung der Räumlichkeiten der Selva Aurion 40. Beginnt man am Heck, fällt als Erstes die große, schwalbenschwanzförmige Badeplattform ins Auge, die den Zugang zum Wasser und das Wiedereinsteigen erheblich erleichtert. Direkt davor befindet sich eine große zentrale Sonnenliegefläche, die von einem Laufsteg geteilt wird, der eine einfache Fortbewegung auf dem Deck ermöglicht. Die Abmessungen reichen aus, um zwei Personen bequem Platz zum Liegen zu bieten, aber der Bereich bietet Platz für bis zu vier Personen. Der Gesamteindruck ist der eines Decks, das so konzipiert ist, dass man sich darauf wohlfühlt, ohne dass dabei Durchgangswege verengt werden.

Wenn du dich zur Mitte des Bootes bewegst, stößt du auf einen besonders geräumige Essecke. Die Raumaufteilung ist jedoch keineswegs starr: Der Bereich lässt sich umgestalten und verbirgt eine kleine Bordküche. Die Wetbar verfügt über Kochplatten und eine Spüle, während sich darunter ein Tisch befindet, der bei Bedarf hochgeklappt werden kann. Diese Anordnung ermöglicht eine schnelle Umwandlung in einen echten geselligen Essbereich für Mittag- oder Abendessen. Außerdem ermöglicht der für die Montage eines Sonnensegels oder Biminis vorgesehene Bogen, den Bereich vor den Witterungseinflüssen schützen, wodurch die Nutzbarkeit der Essecke auch während der stärksten Sonneneinstrahlung oder bei ungünstigeren Bedingungen deutlich verbessert wird.
Der Steuerstand: Ergonomie und Sicht
Der Steuerstand ist gegenüber dem Deckboden erhöht und bietet so ein besonders weites Sichtfeld. Selbst nach der 100-Meilen-Fahrt blieb die Sitzposition bequem und für längere Steuerzeiten geeignet. Die Sicht nach vorne ist hervorragend, und die seitliche Sichtlinie ermöglicht die volle Kontrolle über das gesamte Boot.
Auch die Ergonomie der Bedienelemente wurde sorgfältig durchdacht. Gashebel, Bugstrahlruder, Navigationsinstrumente und Bedienfelder zur Steuerung der wichtigsten Schiffsfunktionen und der Haustechnik sind übersichtlich und griffgünstig angeordnet. Das Ergebnis ist ein Armaturenbrett, bei dem Funktionalität im Vordergrund steht, ohne die Bedienung des Bootes unnötig zu verkomplizieren.
Weiter nach vorne: Seitendecks und große Sonnenliegen
Die Seitengänge sind ausreichend breit und mit stabilen Handläufen versehen, sodass der Zugang zum Bugbereich einfach und vor allem sicher ist. Am Bug angekommen, bietet die Selva Aurion 40 ein zweites großes Sonnenpolster. Die Gestaltung des Bugbereichs nutzt die Breite des Bootes, um eine Liegefläche für zwei bis drei Personen zu schaffen; die Anordnung lässt sich aber auch so anpassen, dass zwei bequeme Liegestühle entstehen. Diese Lösung erhöht die Vielseitigkeit des Bootes noch weiter: Der Bug lässt sich sowohl während der Fahrt als auch vor Anker in einen echten Loungebereich verwandeln.

Der Innenraum: eine echte Kabine an Bord
Die größte Überraschung der Aurion 40 erwartet dich beim Betreten der Kabine. Für ein Maxi-RIB dieser Kategorie ist das Innenraumvolumen besonders großzügig. Im Bugbereich befindet sich ein großes Queen-Size-Bett, das längs angeordnet ist und bequem Platz für zwei Personen bietet. An den Seiten des Bettes stehen mehrere Staufächer zur Verfügung, die für den Einsatz auf Touren unverzichtbar sind.
In Richtung Heck befindet sich ein zweiter Aufenthaltsbereich. Die Sitzecke im Innenraum lässt sich mithilfe spezieller Kissen in zusätzliche Schlafplätze umwandeln. Das bedeutet, dass sich die Aurion 40 nicht darauf beschränkt, eine Kabine für gelegentliche Tagespausen bereitzustellen, sondern eine echte Umgebung bietet, die für Übernachtungen an Bord ausgelegt ist.
Abgerundet wird der Innenraum durch ein besonders großzügiges Bad mit separater Duschkabine, was die Eignung für Törns unterstreicht. Bei einem Maxi-RIB ist die gelungene Integration einer Kabine mit Doppelbett, einer umbaubaren Sitzecke und einem voll ausgestatteten Bad, ohne dabei den Außenbereich übermäßig einzuschränken, eines der überzeugendsten Highlights des Projekts.
Fazit
Die Stärke der Selva Aurion 40 liegt in der Kombination ihrer verschiedenen Elemente. Einerseits sind da die Fahrleistungen: 44,5 Knoten Höchstgeschwindigkeit, äußerst reaktionsschnelle Beschleunigung und ein besonders kraftvolles Drehmoment, das von den beiden XSR 300-Motoren garantiert wird. Andererseits gibt es ein Boot, das für längere Aufenthalte an Bord konzipiert ist – mit großen Sonnenpolstern, einer umbaubaren Essecke im Freien, einer Kombüse, einem ergonomischen und sicheren Steuerstand und vor allem einer überraschend wohnlichen Kabine.
Zudem lieferte die fast 100 Meilen lange Überfahrt von Cannes nach Genua einen konkreten Beweis für die Eignung des Designs für Mittel- und Langstreckenfahrten. Letztendlich interpretiert die Selva Aurion 40 das Maxi-RIB-Konzept auf sehr praktische Weise, ohne sich ausschließlich auf Geschwindigkeit zu konzentrieren. Trotz ihrer beeindruckenden Leistung opfert die Yacht die Wohnlichkeit nicht zugunsten der Sportlichkeit. Das Ergebnis ist ein Maxi-RIB, das sich gleichermaßen gut als großes Tagesboot oder als Plattform für längere Törns eignet und ein für seine Klasse überraschendes Maß an Platz und Komfort bietet.
Quellen und Referenzen
Quellen | Literaturverzeichnis |
|---|---|
Video zur Probefahrt der Selva Aurion 40, veröffentlicht auf dem offiziellen YouTube-Kanal von The International Yachting Media | |
Technische Messungen und Tests durch den Yachtjournalisten, Gründer und Chefredakteur von „The International Yachting Media“ |
Selva Aurion 40 – Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die Höchstgeschwindigkeit des Selva Aurion 40?
Bei der Videoprobefahrt erreichte die Selva Aurion 40, angetrieben von zwei Selva XSR 300-Motoren, eine Höchstgeschwindigkeit von 44,5 Knoten.
Welche Motoren sind im getesteten Selva Aurion 40 verbaut?
Das Testboot wird von zwei Selva XSR 300, 4,2-Liter-V6-Außenbordmotoren mit spezieller XSR-Steuerung angetrieben.
Wie schlägt sich der Selva Aurion 40 auf dem Wasser?
Der Test zeigte, dass der Rumpf stabil und präzise ist, sich besonders gut in Kurven bewährt und in der Lage ist, den eigenen Wellengang zu überqueren, ohne dabei an Komfort einzubüßen. Außerdem kommt das Boot sehr schnell ins Gleitfahren.
Eignet sich der Selva Aurion 40 für Kreuzfahrten?
Ja. Neben großzügigen Außenbereichen verfügt sie über eine Kabine mit einem Queen-Size-Bett, eine Essecke im Innenraum, die sich in zusätzliche Schlafplätze umwandeln lässt, sowie ein Bad mit separater Duschkabine. Zudem bestätigt die während des Tests zurückgelegte Strecke von fast 100 Meilen ihre Eignung für Mittel- und Langstreckenfahrten.













